Herbstpollen: Allergien durch Spätblüher

28. August 2020

Allergien haben das ganze Jahr Hochkonjunktur. Verlieren die Früh- und Mittelblüher ihre allergene Wirkung, machen die Spätblüher Allergikern zu schaffen. Menschen, die auf Schimmelpilzsporen überempfindlich reagieren, leiden das ganze Jahr.

Spätblüher: Diese Kräuter gehören dazu

Die hierzulande heimischen Spätblüher sind Kräuter, die im Spätsommer und Frühherbst in voller Blüte stehen. Zu ihnen gehören insbesondere Beifuß, Spitzwegerich, Brennessel und Ragweed (Ambrosia). Menschen mit einer Beifußallergie müssen bis Ende Oktober mit allergischen Symptomen rechnen. Während der Hauptblütezeit im August können sich ihre Beschwerden sogar noch verstärken. Brennessel und Spitzwegerich setzen ihre Pollen ungefähr bis Anfang September frei. Ragweed ist insbesondere im September aktiv. Schimmelpilze verteilen ihre Sporen ganzjährig in der Luft. Ab September sind sie glücklicherweise in etwas niedrigerer Konzentration vorhanden.

Herbstpollen als Ursache von Allergien

Windbestäubende Kräuter schütten wie Bäume und Sträucher in ihrer Blütezeit Unmengen an Pollen aus. Sie werden vom Wind über etliche Kilometer fortgetragen. Vor allem in der Hauptblütezeit und bei warmem, windigem und klarem Wetter erhöhen sie die allergene Belastung der Atemluft beträchtlich. Werden die Pollen eingeatmet, lösen sie bei bestimmten Menschen Allergien aus. Gelangen sie auf die feuchte Schleimhaut des Mund-Nasen-Rachenraums, setzen sie über winzige Poren Eiweiße frei. Weil das Immunsystem des Allergikers diese eigentlich harmlosen Stoffe für gefährliche Eindringlinge hält, schüttet es über spezielle Immunzellen den Botenstoff Histamin aus. Danach kann schon der zweite Kontakt mit dem Polleneiweiß eine heftige allergische Reaktion hervorrufen. Zeigt sich bei Ihnen im Herbst eine Spätblüher Allergie, sollten Sie unbedingt die tagesaktuelle Pollenbelastung beachten (örtlicher Pollenfluginformationsdienst).

Symptome der Spätblüher Allergie

Auslöser der allergischen Symptome ist das von bestimmten Abwehrzellen (Mastzellen) ausgeschüttete Histamin. Es bewirkt eine entzündliche Reaktion, die sich mit folgenden Beschwerden zeigt:

  • Fließschnupfen
  • Niesen
  • Juckende, gerötete Augen
  • Halsschmerzen
  • Halskratzen
  • Heiserkeit
  • Husten
  • Atemnot bis hin zum allergischen Asthma

Mit dem allergischen Schnupfen versucht der Körper, die eingedrungenen Herbstpollen schnellstmöglich aus den Atemwegen zu transportieren. Leiden Sie an einer Allergie gegen im Herbst blühende Kräuter, können Sie darüber hinaus auf bestimmte Nahrungsmittel überempfindlich reagieren. Als Beifußallergiker sollten Sie beispielsweise beim Verzehr von Karotten, Artischocken, Basilikum und Curry vorsichtig sein. Die pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie zeigt sich dann unter anderem mit Magen-Darm-Beschwerden und allergischem Schnupfen. Im Unterschied zu den Gemüsesorten und Gewürzen, die Sie einfach von Ihrer Einkaufsliste streichen können, lässt sich der Kontakt mit den umherfliegenden Herbstpollen nicht so einfach vermeiden.

Wie Sie den Kontakt mit Herbstpollen reduzieren

Wissen Sie durch einen Allergietest, auf welche Spätblüher Sie allergisch reagieren,

  • halten Sie sich am besten von Gebieten fern, in denen diese bevorzugt wachsen.
  • ziehen Sie nach einem Aufenthalt im Freien Ihre Kleidung nicht im Schlafzimmer aus.
  • waschen Sie sich vor dem Zubettgehen Ihre Haare gründlich.
  • lassen Sie sich einen Mikrofilter in die Lüftungsanlage Ihres Pkws einbauen.

Durch Schimmelpilzsporen verursachte Allergien

Auch Schimmelpilze können bei bestimmten Menschen heftige allergische Beschwerden auslösen, wenn sie Kontakt mit der Atemwegsschleimhaut haben. Im Unterschied zu Kräuterpollen bestehen Pilzallergene aus diversen Eiweißmolekülen. Bei schwülwarmem Wetter ist die Konzentration an Schimmelpilzsporen in der Luft besonders hoch. Außerdem vermehren sich die Mikroorganismen bei höheren Temperaturen und ausreichend Feuchtigkeit stärker.

 

Referenzen

Hanf, Gerald, Ackermann-Simon, Juliane, Kleine-Tebbe, Jörg (2002). Wissenswertes über Allergene, vorbeugende Maßnahmen und andere Tips. Link
Deutscher Verlag für Gesundheitsinformation GmbH (o. J.). Kräuterpollen. Link